Zu Besuch beim ‘SITLESS’-Projekt in der Bethesda-Klinik

‘SITLESS’ ist ein von der EU gefördertes Präventionsprojekt um Bewegungsmangel gerade im Alter vorzubeugen. In Ulm wird es an der Bethesda‑Klinik von Frau Dr. Wirth koordiniert. Sie hat uns am 24.September bei unserem Besuch in der Bethesda-Klinik am Donauufer dankenswerterweise zu den Ergebnissen dieser Studie aus erster Hand berichtet. Wir konnten verstehen lernen, wie wichtig Bewegung mit zunehmendem Alter ist und wird. Auch im wahrsten Sinn kleine Schritte tragen wesentliches zum allgemeinen Wohlbefinden bei und helfen mit Erkrankungen vorzubeugen. Es geht nicht um Ausreizen von Grenzen, sondern darum das jedem Mögliche regelmäßig einzuüben

Abgerundet wurde unser Besuch mit einer fachkundigen Führung durch die Klinik und den sehr informativen Erläuterungen zum gerade entstehenden Neubau. Das geplante Modell zum Wohnmietkauf ist für ältere Menschen eine interessante Alternative zu den üblichen Angeboten zum Wohnen im Alter.

 

Sommer Grillfest des Besuchsdienstes

Anfang Juli waren alle Mitarbeitenden des Besuchsdienstes zum Grillen in den Garten des Pfarrheim Söflingens eingeladen. Etwa dreißig Ehrenamtliche waren der Einladung zu diesem jährlichen Dankeschön gefolgt. Sie erlebten einige unbeschwerte Stunden bei bestem Wetter im Schatten der dortigen Lindenbäume. Sie ließen sich die leckeren Grillwürste schmecken, bevor Frau Bothe mit ihrem Akkordeon die Sangeskünste der Feiernden herausforderte. So verging die Zeit wie im Flug. Gegen Abend löste sich die Gesellschaft auf, nicht ohne zuvor die Hoffung auf eine Wiederholung im kommenden Jahr zu äussern.

JG

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Besuch der 23. Ulmer Vesperkirche

Von Januar bis Anfang Februar veranstaltet die Pauluskirchengemeinde in Ulm jedes Jahr die Ulmer Vesperkirche. Die Ehrenamtlichen des Besuchsdienstes Ulmer Westen waren am 5.2.2018 eingeladen die Vesperkirche, die heuer zum 23. Mal stattfand, als Gemeinschaft zu besuchen. Zum Mittagessen fanden sie sich im Foyer zusammen, um in diese einzigartige Atmosphäre einzutauchen, die entsteht, wenn sich unterschiedlichste Menschen unterschiedlichster Herkunft zum Essen an einen Tisch setzen und ins Gespräch kommen. Nach dem Essen fand sich unsere Gruppe im ehemaligen Konfirmatenzimmer von Sophie Scholl ein. Nach einer kleinen Einführung in die Thematik der Vesperkirche konnten im Gespräch noch viele Details geklärt und nähergebracht werden. Eine schöne Tasse Kaffee rundet das Mittagessen ab, bevor der Besuch mit der Andacht am Altar einen berührenden Abschluß fand.

JG

Kurzbeschreibung des Besuchsdienstes Ulmer Westen

Der Besuchsdienst Ulmer Westen ist ein von Ehrenamtlichen getragener Besuchsdienst, bei dem die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden der Martin-Luther-Gemeinde, der Christusgemeinde, der Heilig Geist Gemeinde, der Gemeinde St. Elisabeth und Maria Himmelfahrt zusammen mit der AG West kooperieren.

Der Besuchsdienst hat sich zum Ziel gesetzt in den Ulmer Stadtteilen Weststadt und Söflingen ältere und nicht mehr mobile Menschen zu Hause und in den drei lokal ansässigen Pflegeheimen zu besuchen. Dabei soll der Vereinsamung dieser Menschen entgegengewirkt werden. Es soll ihnen Teilhabe am sozialen Leben weiterhin ermöglicht werden. Den ehrenamtlichen Besuchern soll eine sinnvolle Möglichkeit zum sozialen Engagement geboten werden. Der Besuchsdienst steht allen Menschen in den Heimen und den Stadtteilen Weststadt und Söflingen zur Verfügung, unabhängig von Geschlecht, Religion o.ä..

Dazu bringt die ebenfalls ehrenamtlich tätige Einsatzleitung Besucher und besuchwünschende Menschen zusammen.  Die Einsatzleitung begleitet die auf diese Weise vermittelten Besuchspaare und organisiert für die Ehrenamtlich Tätigen Fortbildungen, die mit Dank und Wertschätzung verbunden werden. Besucher und Besuchte verabreden dann selbstständig zu Besuchen und Unternehmungen, können dabei aber jederzeit auf die Unterstützung der Einsatzleitung zurückgreifen. Teilweise entstehen aus den ersten Besuchen freundschaftliche Verbindungen. Damit ist auch ein gewisser Frühwarneffekt möglich, wenn sich Bedingungen für ältere Menschen verschlechtern sollten.

Der Besuchsdienst wurde 2009 als Kooperation der Projektpartner mit Zustimmung der entsprechenden Gremien gegründet. Anfang 2010 startete die eigentliche Besuchsdienstarbeit. Seither hat sich der Besuchsdienst Ulmer Westen zu einer wahrgenommenen und anerkannten Größe im Ulmer Westen entwickelt. Er ist eingebunden in ein Netzwerk aus Heimleitungen, Sozialdiensten der Stadt Ulm und den Kirchengemeinden.

Derzeit arbeiten 10 Personen in der Einsatzleitung mit und rund 40 ehrenamtliche Besucher und Besucherinnen.

Sieben Jahre Besuchsdienst

Seit mehr als sieben Jahren, seit Februar 2010, ist der Besuchsdienst Ulmer Westen tätig. Nach gründlichen Vorbereitungen und der Durchführung eines Einführungskurses im Herbst 2009 arbeiten seitdem 14 Frauen und 3 Männer im Besuchsdienst sehr engagiert mit.

Im Begleitausschuss koordinieren weitere 10 Männer und Frauen die Arbeit des Besuchsdienstes und wechseln sich bei der Einsatzleitung ab. Jede der vier teilnehmenden Kirchengemeinden, also die Reformationsgemeinde, Mariä Himmelfahrt, St. Elisabeth und Heilig Geist, entsendet Mitglieder in diesen Begleitausschuss und sorgt so für eine sehr erfolgreiche Kooperation der Gemeinden in der Besuchsdienstarbeit.

In diesen ersten beiden Jahren haben alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammen geschätzte 2000 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet. Sie besuchen ältere und nicht mehr mobile Menschen in Söflingen und in der Weststadt, sowohl zu Hause als auch in einem der Heime. Im ASB-Heim organisiert Herr Pastoors sogar ein komplettes Hausprogramm. Sie alle bringen so ein Licht in das oft einsame Leben der Besuchten. Und sie halten ganz persönlich eine Verbindung zur Kirchengemeinde.
Die Arbeit des Besuchsdienstes erfährt insgesamt eine ganz rege Nachfrage. Das ist natürlich sehr erfreulich. Auf der anderen Seite können mit der momentanen Zahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern leider nicht alle Anfragen abgedeckt werden. So wird ein Schwerpunkt für das kommende Jahr sein, weitere Interessierte für die Mitarbeit im Besuchsdienst zu gewinnen.

Und gleichzeitig alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Fortbildungen und den bereits eingeführten Austauschrunden bestmöglich zu unterstützen, damit ihnen ihre ehrenamtliche Arbeit auch Freude macht und für sie selbst einen Sinn hat.

Wer sich über eine Mitarbeit informieren möchte kann dies in den Pfarrämtern oder bei der Einsatzleitung (0151-12 90 90 53) jederzeit sehr gerne tun. Der nächste Infoabend „compact“ findet am 28.3.2011 um 18Uhr im Roncallihaus statt. Alle sind herzlich willkommen.

Jörg Gebele

Treffen Begleitausschuss Okt. 2014

Offenes Ohr für andere

Ein offenes Ohr für andere. Gut zuhören können. Einfach für andere da sein. Das ist die Grundvoraussetzung für jemanden, der sich beim Besuchsdienst Ulmer Westen ehrenamtlich engagiert. Gerhard Klein kann das.

Autor: BEATE STORZ | 29.08.2012

Hermann Fundel ist ein rüstiger Rentner. Ihm geht es gut. Er hat auch soziale Kontakte. Aber eben keine echten Freunde. Kein Wunder. Da sind eben schon viele gestorben. Er hat aber Gerhard Klein. Das ist ein Freund. Der 82-Jährige verlässt mehrmals täglich das Haus, um in der Bibliothek neuen Lesestoff zu besorgen, einzukaufen oder zum Mittagessen zu gehen. Es ist also nicht die Einsamkeit, die den Besuchsdienst Ulmer Westen für ihn notwendig macht. Aber es tut gut, sehr gut sogar, dass Klein kommt. Er liebt Gespräche mit Gerhard Klein. Fundel: “Mit meinen Nachbarn wechsle ich kaum ein Wort. Die müssen entweder viel arbeiten oder ziehen viel um. Da freue ich mich auf die Treffen und Gespräche mit Gerhard Klein.”

Ein Flyer des Besuchsdienstes, zufällig in seine Hände geraten, hat Gerhard Klein zu seinem Ehrenamt gebracht. Ihn interessieren Menschen jeden Alters und er hat auch die Zeit und Muße, um sich um einige zu kümmern. Der 48-Jährige ehemalige Apotheker hatte früher viel Kontakt mit den Kunden – nicht nur Beratung, auch ein Pläuschchen war wichtig. Jetzt ist er Vertreter für pharmazeutische Produkte. Mit Apothekern hat er zwar noch immer zu tun, doch das beschränkt sich auf geschäftliche Kontakte. Da fällt kein persönliches Wort. “Ich lebe alleine. Das ist kontraproduktiv für meine soziale Ader. Im Ehrenamt kann ich sie ausleben.”

Anfang 2010 stieß er zum Besuchsdienst, seit einer intensiven Schulung besucht er regelmäßig Hermann Fundel. Die beiden waren sich auf den ersten Blick sympathisch, die Chemie stimmt einfach. Gemeinsam machen sie Spaziergänge oder gehen einkaufen. “Neulich habe ich mit ihm ein neues Fernsehgerät gekauft. Es war gut, dass ich dabei war, jetzt hat er ein Gerät, dass er problemlos bedienen kann.” Die Gespräche sind intensiv und gehen über Alltäglichkeiten weit hinaus. Meist dreht es sich um das aktuelle politische Tagesgeschehen oder über Bücher, die Fundel gerade gelesen hat. Auch Klein profitiert: “Er ist ein interessanter Mensch, er liest und weiß viel.”

Klein besucht auch noch einen 30-jährigen Mann, der unter psychischen Problemen leidet und deshalb auf soziale Unterstützung angewiesen ist. Mit ihm macht Gerhard Klein einmal im Monat einen Ausflug. Manchmal treffen sie sich im Café und unterhalten sich. “Ich liebe Menschen, egal wie alt sie sind. Ich könnte mir auch vorstellen, Kindern beim Lernen zu helfen.”

Klein ist gerne für den Besuchsdienst Ulmer Westen engagiert, weil er als Ehrenamtlicher bei seiner Arbeit immer unterstützt wird. Selbst anpacken kann der Apotheker: Bei der Einrichtung des Café Canapé in der Söflinger Straße, wo sich die Nachbarschaft aus dem Ulmer Westen trifft, hat er kräftig mitgeholfen und so manchen Dübel erfolgreich gesetzt.

Foto:  SWP

1 von 2 Gerhard Klein (links) mag die Gespräche mit Hermann Fundel: “Er liest viel und weiß viel.” Foto: Beate Storz

Durch Besuche Einsamkeit lindern

 

 

* Artikel 21.2.2010, SWP

Ulm.  “Besuchen, begegnen, begleiten” – das will der neue Besuchsdienst im Ulmer Westen leisten. Ein Ökumene-Projekt von vier Kirchengemeinden.

Ausgangspunkt war die Eröffnung zweier neuer Altenheime im Ulmer Westen: von Arbeiterwohlfahrt und Arbeiter-Samariter-Bund. Beide liegen auf dem Gebiet der katholischen Seelsorgeeinheit Ulmer Westen, zu der die Gemeinden St. Elisabeth, Heilig Geist und Mariä Himmelfahrt gehören. Als vierter kam die evangelische Reformationsgemeinde mit ins Boot – und schon stand das Gerüst des neuen Besuchsdiensts für ältere Menschen.

“Wir wollen den Kontakt halten zu den Gemeindemitgliedern, die nicht mehr zum Gottesdienst oder anderen kirchlichen Veranstaltungen kommen können”, sagt der katholische Pastoralreferent Ulrich Köpfler. Im Gegensatz zur Nachbarschaftshilfe werden beim Besuchsdienst keine hauswirtschaftlichen oder pflegerischen Dienste angeboten, sondern es geht um Gespräche, Vorlesen, Spazierengehen oder andere Freizeitbeschäftigungen.

Wer regelmäßig Besuch wünscht, kann sich bei Irmela Schöllhorn melden. Sie stellt den Kontakt mit dem passenden Besucher her: “Die Chemie muss stimmen.”

Der Besuchsdienst ist kostenlos, die Mitarbeiter sind ehrenamtlich tätig. Das ökumenische Projekt startet heute, offizieller Projektleiter ist Diakonsanwärter Jörg Gebele. Rund 15 Frauen und Männer sind im Team. Generell gilt der Grundsatz “Gemeinde besucht Gemeinde”, das heißt, dass beispielsweise ein Freiwilliger von Heilig Geist ein Mitglied seiner Gemeinde besucht. Falls die Nachfrage größer ist als das Angebot, helfen die anderen aus.

Die Mitglieder des Besuchsdiensts sagen, dass sie nicht nur der “diakonische Blick” oder die Nächstenliebe motiviert, sondern auch die Tatsache, dass viele ältere Menschen unter Einsamkeit leiden und diese mit Besuchen gelindert werden kann. “Die Nachfrage ist groß”, sagt Irmela Schöllhorn.

Deshalb werden weitere Mitarbeiter gesucht. Sie können selbst entscheiden, wie viel Zeit sie sich für die regelmäßigen Besuche nehmen. Für die Freiwilligen gibt es Austauschrunden und Fortbildungen.

Info

Telefonisch ist der Besuchsdienst im Ulmer Westen dienstags und donnerstags von 14 bis 16 Uhr erreichbar unter Tel. (0151) 12 90 90 53 oder über die vier Pfarrbüros. Sie leiten Anfragen und Angebote weiter.